Meine Schulsachen: Müll und Plastik in der (Grund)schule

Ein Beitrag von Jasper

Heute möchte ich über meine Schulsachen berichten und zeigen, wieviel Plastik und Müll beim Thema Schule anfallen können.

Zunächst einmal zu meiner Ausstattung. Die meisten Schulranzen für Grundschüler bestehen aus Kunststoff, der manchmal wie Stoff wirkt. Das Problem daran ist, dass diese Ranzen zu ganz normalem Plastikmüll werden, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Bei meinem Ranzen handelt es sich um einen ergobag, der innen und außen zu ca. 98% aus recycelten PET-Flaschen besteht. Auch meine Federmappen (ich habe 2) sind aus recyceltem Kunststoff hergestellt. Die Reißverschlusszippel sind allerdings aus Metall. Zwar wird mein Ranzen auch irgendwann weggschmissen, aber um das Material herzustellen wurde immerhin schon einmal recycelt.

pt_j_federmappevoll

In meiner Federmappe sind Buntstifte, Fineliner, ein Bleistift, ein Füller, ein Radiergummi, ein Anspitzer, ein Folienstift und ein Lineal. Auf dem Bild sieht man, wie meine Federmappe ohne die Plastiksachen aussähe — ziemlich leer!

pt_j_federmappeohneplastik

Allerdings könnte ich viele der Teile durch plastikfreie ersetzen. Das Lineal – das gibt es auch aus Holz, Papier oder Eisen. Der Anspitzer – den kann man auch durch einen Eisen- oder Holzanspitzer ersetzen. Radiergummis gibt es natürlich aus Naturkautschuk, das wäre viel umweltfreundlicher. Die Fineliner kann man höchstens durch Buntstifte ersetzen, aber Filzstifte ohne Plastik gibt es glaube ich nicht, genausowenig wie Folienstifte.

pt_j_plastikausfedermappept_j_füller

Mein Füller besteht zu 38% aus Plastik, 60% aus Holz und zu 2% aus Metall. Füller gibt es auch aus ganz Metall oder mehr Holz, als meiner es hat. Allerdings verwende ich als Patrone keine Wegschmeiß-Patronen, sondern eine mit einem Tintenfass wieder auffüllbare Patrone. So entsteht kein überflüssiger Müll und die Tinte ist auch billiger.

pt_j_heftumschlag

Für die Schule brauche ich verschiedene Mappen und Hefte. Ich habe nur Papiermappen in meiner Ablage in der Schule und im Ranzen. Die Hefte sind natürlich auch aus Papier und mein Schreibheft hat einen haltbaren Stoffumschlag, den mir meine Mutter genäht hat. Plastikumschläge gehen irgendwie schneller kaputt; meiner hält gefühlt ewig.

Nun zu meinem Frühstück. Ich erzeuge, wie das nächste Bild zeigen wird, keinen Plastikmüll in Sachen Frühstück: Ich bringe eine wiederauffüllbare Glasflasche mit Orangensaft in die Schule und meistens ein Brot oder Müsli in einer Metalldose. Manchmal nehme ich noch Wasser mit, dafür habe ich eine Metallflasche.

pt_j_frühstück
Leider bringt die Hälfte der Klasse meistens Trinkpäckchen oder Plastiktüten mit, die dann einfach weggeschmissen werden. Am übelsten ist es mit den Plastikflaschen und z.B. Caprisonne. Aber auch das Essen ist oft extra in Plastik verpackt, z.B. Milchschnitten oder Kinderpinguin, was einige meiner Mitschüler_innen sehr häufig mitnehmen. Wenn man den ganzen Plastikmüll aus unserer Klasse aus einem Schuljahr sammeln würde, wäre das bestimmt eine Vierteltonne!

Ich denke darüber nach, die Sachen aus meiner Federmappe schnellstmöglich durch umweltfreundlichere Dinge zu ersetzen. Beim Thema Frühstück würde ich mir wünschen, dass mehr Schüler_innen es so wie ich machen würden. Vielleicht sollten ihre Eltern auch mehr darüber nachdenken, was sie ihren Kindern als Frühstück in der Schule mitgeben.

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4 Gedanken zu “Meine Schulsachen: Müll und Plastik in der (Grund)schule

  1. Hallo Jasper,
    danke für den tollen Bericht. mein Sohn kommt im Sommer in die Schule und ich bin schon gespannt, was uns da an Materiallisten erwarten und ob unsere nachhaltigeren Alternativen irgendwann zum Problem werden. Meine Schulzeit ist schon eine Weile her und es kommt wohl auch auf die Lehrer_innen an, die man erwischt aber kann man nicht eventuell auch ohne Fineliner im Schulalltag überleben?
    Aber der Start in die Schulzeit ist ja ansich schon spannend genug und ich kenn das von mir selbst im Moment gut genug, dass ich nicht in jeder Situation die verpackungsfreie oder nachhaltige Alternative wähle, weil ich nicht an allen Fronten gleichzeitig kämpfen kann und will und die Umstellung allmählich angehe.

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  2. Ein klasse Beitrag!
    Vielleicht könnte man in der Schule so etwas wie eine Projektwoche zum Thema Müllreduzierung machen?

    In meiner Grundschule brachte der Milchmann täglich (Vanille)Milch und Kakao in kleinen Glasflaschen (von Tuffi meine ich). Am nächsten Tag brachte er den neuen Kasten und nahm den leeren vom Vortag mit. Das Geld zahlte man monatlich.
    Sooo lange bin ich noch nicht aus der Schule raus. Gibt’s vielleicht auch heute noch.

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    1. Hallo Nicole! Bei uns an der Schule gibt es auch die Schulmilch in Pfandflaschen und die werden dann vom Milchdienst beim Hausmeister gesammelt. Aber trotzdem bringen viele Kinder noch andere Sachen mit, die in Plastikverpackungen sind.

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